Margret Lampe

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Inhaltsverzeichnis

Halle/Saale (1967-1981)

  • Horst bekam 1967 eine Anstellung beim Landestheater Halle. Dieses Theater bot bessere Bezahlung.
  • in Halle wurden 2 weitere Kinder Franka (1969, gest. 2015) und Erik (1972) geboren
  • die Wohnung in Halle hatte 3,5 Zimmer, an eigene Zimmer für die Kinder war nicht zu denken
  • Margret machte eine Ausbildung zur Gesundheitsfürsorgerin (entspricht in etwa dem heutigen Sozialarbeiter) für Lungenkranke
  • es gab regelmäßig Hausmusik: Margret begleitete am Klavier, wenn Horst Schubertlieder gesungen hat, Oliver Kinderlieder sang oder wenn Madeleine Geige gespielt hat
  • Margret und Christiane waren zeitweise Chor-Mitglieder in der Philharmonie Halle und hatten u.a. einen großen Auftritt auf der Moritzburg mit dem Deutschen Requiem von Brahms
  • die älteste Tochter Christiane absolvierte eine Lehre zur Gärtnerin und war immer seltener zu Hause. Spätestens als sie in Leipzig anfing, im Botanischen Garten zu arbeiten, zog sie aus.

Potsdam (1981-2026)

  • Horst wurde Dozent („Künstlerischer Oberassistent“) an der Schauspielschule in Potsdam-Babelsberg. Darüber hinaus arbeitete er als Synchronsprecher.
  • Demzufolge Umzug 1981 mit vier Kindern. Die Wohnungsbaugenossenschaft war froh, die große Wohnung in der Zeppelinstraße (damals Leninallee) an eine kinderreiche Familie zu vermieten.
  • Margret hat sich mehrfach um alleinstehende alte Damen gekümmert
  1. Tante Kläre (ihre Patentante)
  2. ihre Schwiegermutter Elisabeth Lampe (Mitte 1995 bis Mitte 1997: Aufnahme der Demenzkranken in der Wohnung, häusliche Pflege)
  3. Frau Schiller (von der evang. Gemeinde)
  • Sohn Oliver heiratet Okt. 1988 und zieht aus
  • Ende 1993: Franka zieht aus
  • Ende 1996: Kind Erik ausgezogen
  • 1992-2002: Enkelin Kerstin wird in die Wohnung aufgenommen, um die Potsdamer Waldorfschule besuchen zu können; Margret freute sich wieder ein Kind zu betreuen
  • 1993-1996: Margret arbeitete Teilzeit im Kindergarten der Erlösergemeinde

Engagement

Allgemein: Margret war sehr kulturinteressiert.

  • In Halle nahm sie regelmäßig an den Wanderungen der Kulturbundgruppe teil.
  • an Kerstins Schule engagierte sich Margret als Eurythmie-Begleiterin am Klavier und als Souffleuse bei den Klassen-Theaterspielen, was ihr Spaß machte
  • Margret hat sich jahrelang für die Verbreitung der internationalen Plansprache Esperanto eingesetzt; in Potsdam gab es einen Esperanto-Verein, der regelmäßig Seminare und Veranstaltungen gemacht hat und Margret war oft dabei
  • sie war lange Mitglied einer Rentner-Wandergruppe Potsdam, die jede Woche Ganztagesausflüge in die Mark Brandenburg unternommen hat
  • ebenso war sie bei einem Fahrrad-Club, der sich für jede Woche längere Fahrradausflüge in die Umgebung getroffen hat, bis sie aus Altersgründen aufhören musste

Beziehung zur Kirche

  • Hintergrund: zu DDR-Zeiten waren nahe Kontakte zur Kirche nicht gern gesehen
    • Ganz so einfach kann es nicht gewesen sein, denn die beiden jüngsten Kinder besuchten einen evangelischen Kindergarten. Auch kann ich (Oliver) mich an irgendwelche Konflikte nicht erinnern.
  • in den ersten gut 20 Ehejahren hat Horst ihr den Gemeindebesuch untersagt
  • nach dem Umzug nach Potsdam 1981 fing Margret an sich durchzusetzen
  • sie hat in der Heilig-Kreuz-Gemeinde Anschluss gefunden und dort auch lange immer wieder als Organistin Gottesdienste begleitet; dafür hatte sie extra Unterricht in Orgelspiel genommen

letzte Krankheitszeit

  • erste Anzeichen von Demenz gab es schon lange (seit ca. 2015); Horst hat das bemerkt und immer wieder betont
  • außerdem litt sie an Herz- und Niereninsuffizienz
  • Horst starb im Sept. 2021 und Margret blieb allein und ohne Aufgaben in der großen Wohnung zurück; die Demenz wurde schlimmer
  • die letzten Jahre waren für ihr unmittelbares Umfeld (Oliver und Silka) sehr anstrengend, da sie zunehmend orientierungslos und verwirrt und dadurch frustriert und hilflos war, oft auch aufbrausend wurde.
    • Oliver: Ich habe dieses kümmern um Margret nie als anstrengend empfunden. Es gab ja keine Alternative. Wir brachten Margret jeden Tag zur Tagespflege. Dort war für sie gesorgt. Am Nachmittag holten wir sie ab und brachten sie zu mir. Am Abend brachten wir sie dann nach Hause.


Ehe, Familien- und Sozialleben

  • Margret und ihr Mann hatten gegensätzliche Charakteranlagen, aber sie liebten sich
    • Davon habe ich, Oliver, aber nicht viel gemerkt. Ein einziges Mal, und ich erinnere mich daran, als wäre es heute gewesen, sah ich, daß sie sich küßten. Sie benutzten die gleiche Wohnung, aber ansonsten ging jeder seine eigenen Wege.
  • sie haben zusammen musiziert, später auch mit den Kindern. Ich, Oliver, kann mich nur an Lieder unter Margrets Klaviebegleitung erinnern. Aber nicht daran, daß Margret und Horst zusammen musiziert hätten.
  • Ehemann war dominant und hatte einen Kontrollzwang und sie musste dabei mitspielen und sich unterordnen; es gab viele verbale Auseinandersetzungen
    • Das dachte ich, Oliver, auch. Aber nach meinen Erfahrungen mit Margret muss ich das revidieren. Margret war rationalen Argumenten nicht zugänglich. JETZT verstehe ich den häufigen Ausspruch von Horst: „Ach, macht doch was ihr wollt.“
  • Horst hat ihr bei auftretenden Problemen oft die Schuld gegeben, auch wenn es gar nichts mit ihr zu tun hatte (Ehefrau als Blitzableiter)
  • Margret hatte zeitlebens keine wirklichen Freunde, nur lose Bekannte; Horst wollte keine Fremden in der Wohnung haben
  • Horst hat die Kinder alle atheistisch erzogen, während Margret gläubig war
  • wenn die Kinder was ausgefressen haben, hat sie die Kinder vom Ehemann bestrafen lassen Oliver: Häh???

Allgemein

  • Margrets Leben war geprägt von helfenden und fürsorgerischen Tätigkeiten. Oliver: wenn ich fragte, was sie jetzt tun möchte, kam immer zurück: Was willst Du?
  • sie ist mit Familie oft umgezogen (Oliver: stimmt, 1959, 1967 und 1981…) wegen wechselnden Arbeitsstätten ihres Mannes
  • sie kam aus einem bürgerlichen Elternhaus
  • hat Bildung und Kultur. Sie wußte unglaublich viel. Aber bei Memory verlor sie immer. Es bestand ein riesiger Unterschied zwischen dem erlernten Wissen (sehr groß) und den angeborenen Fähigkeiten (klein). Sie hielt sich demzufolge an Regeln und Vorschriften fest. Autoritäten verehrte sie sehr und wollte selbst so sein
  • wollte immer auf dem laufenden Stand von Wissenschaft und Forschung sein; wollte unbedingt ihre regelmäßigen Wissenschaftssendungen in Radio hören; auch im hohen Alter. Nur in den letzten zwei Lebensjahren nicht mehr.
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